Heilen mit Tiergiften: Tödliche Waffen des Tierreichs zur Therapie von Krankheiten nutzbar machen. Issue 2 (18th November 2021)
- Record Type:
- Journal Article
- Title:
- Heilen mit Tiergiften: Tödliche Waffen des Tierreichs zur Therapie von Krankheiten nutzbar machen. Issue 2 (18th November 2021)
- Main Title:
- Heilen mit Tiergiften
- Authors:
- Lüddecke, Tim
Vilcinskas, Andreas - Abstract:
- Zusammenfassung: Tiergifte sind im Tierreich weit verbreitet und werden entweder aktiv oder passiv zum Beutefang, zur Verteidigung gegen Angreifer oder zur Konkurrenzvermeidung eingesetzt. Sie gehören zu den komplexesten chemischen Gemischen im Tierreich. Die darin enthaltenen Toxine sind extrem vielfältig und repräsentieren deshalb eine Schatztruhe für die Naturstoffforschung. Man schätzt, dass in den ca. 200.000 giftigen Tierarten bis 20 Millionen Wirkstoffe vorkommen, von denen etwa 16.000 untersucht wurden. Aus diesen resultierten bislang 18 Medikamente, die auf dem Markt sind. Der kombinierte Einsatz von modernen Omics‐Methoden (Transkriptomik, Genomik und Proteomik) und neuartigen bioinformatischen Werkzeugen im neuen Forschungsgebiet „Animal Venomics" ermöglicht die effiziente Erschließung von Tiergiften als Bioressource für neue Wirkstoffe für Anwendungen in der Medizin oder im Pflanzenschutz. Dabei stehen nicht mehr nur tropische Giftschlagen, Skorpione oder Spinnen im Fokus, sondern zunehmend auch einheimische Tiere wie die Wespenspinne, der Feuersalamander oder die Kreuzotter. Abstract : Gifttiere wie Schlangen, Spinnen oder Skorpione entwickelten im Zuge ihrer Evolutionsgeschichte ausgeklügelte Giftsysteme. Diese enthalten oft eine gewaltige Anzahl hochgradig wirksamer Biomoleküle und werden zum Beutefang, zur Verteidigung oder zur Konkurrenzvermeidung eingesetzt. Solche Gifttiere lösen in vielen Menschen Ängste aus, schließlich sind einige von ihnen in der Lage,Zusammenfassung: Tiergifte sind im Tierreich weit verbreitet und werden entweder aktiv oder passiv zum Beutefang, zur Verteidigung gegen Angreifer oder zur Konkurrenzvermeidung eingesetzt. Sie gehören zu den komplexesten chemischen Gemischen im Tierreich. Die darin enthaltenen Toxine sind extrem vielfältig und repräsentieren deshalb eine Schatztruhe für die Naturstoffforschung. Man schätzt, dass in den ca. 200.000 giftigen Tierarten bis 20 Millionen Wirkstoffe vorkommen, von denen etwa 16.000 untersucht wurden. Aus diesen resultierten bislang 18 Medikamente, die auf dem Markt sind. Der kombinierte Einsatz von modernen Omics‐Methoden (Transkriptomik, Genomik und Proteomik) und neuartigen bioinformatischen Werkzeugen im neuen Forschungsgebiet „Animal Venomics" ermöglicht die effiziente Erschließung von Tiergiften als Bioressource für neue Wirkstoffe für Anwendungen in der Medizin oder im Pflanzenschutz. Dabei stehen nicht mehr nur tropische Giftschlagen, Skorpione oder Spinnen im Fokus, sondern zunehmend auch einheimische Tiere wie die Wespenspinne, der Feuersalamander oder die Kreuzotter. Abstract : Gifttiere wie Schlangen, Spinnen oder Skorpione entwickelten im Zuge ihrer Evolutionsgeschichte ausgeklügelte Giftsysteme. Diese enthalten oft eine gewaltige Anzahl hochgradig wirksamer Biomoleküle und werden zum Beutefang, zur Verteidigung oder zur Konkurrenzvermeidung eingesetzt. Solche Gifttiere lösen in vielen Menschen Ängste aus, schließlich sind einige von ihnen in der Lage, uns mit ihren Toxinen zu vergiften. Gleichzeitig stellen sie jedoch auch eine Schatztruhe an vielversprechenden Biomolekülen dar, die in der Medizin Verwendung finden könnten. Summary: Toxins are widespread throughout the animal kingdom and rank among the chemically most complex system found in animals. Their molecules are defined by powerful bioactivities and paired with high selectivity and specificity which renders them as prime drug leads. In the past, a variety of blockbuster drugs, such as captopril, have been designed upon animal toxin templates. A series of novel molecules is currently under closer investigation regarding treatment capacities against cancer, epilepsy, stroke and other diseases. Research focused previously on dangerous species from the tropics but recently the native fauna has been likewise in the spotlight of the research community and it is likely that from these neglected species more bioressources will be derived in the future. … (more)
- Is Part Of:
- Chemie in unserer Zeit. Volume 56:Issue 2(2022)
- Journal:
- Chemie in unserer Zeit
- Issue:
- Volume 56:Issue 2(2022)
- Issue Display:
- Volume 56, Issue 2 (2022)
- Year:
- 2022
- Volume:
- 56
- Issue:
- 2
- Issue Sort Value:
- 2022-0056-0002-0000
- Page Start:
- 86
- Page End:
- 91
- Publication Date:
- 2021-11-18
- Subjects:
- Tiergifte -- Bioressourcen -- Therapeutika -- Kontrolle von Vektorinsekten -- Venomics
Chemistry -- Periodicals
540.5 - Journal URLs:
- http://onlinelibrary.wiley.com/journal/10.1002/(ISSN)1521-3781 ↗
http://onlinelibrary.wiley.com/ ↗ - DOI:
- 10.1002/ciuz.202100005 ↗
- Languages:
- English
- ISSNs:
- 0009-2851
- Deposit Type:
- Legaldeposit
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